Die Tagesgeldkonten der Autobauer







von: netnut

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Wer derzeit auf der Suche nach einem Tagesgeldkonto ist, der stolpert unweigerlich über die Angebote der drei großen deutschen Autobauer Mercedes, BMW und Volkswagen. Diese Konzerne sind bereits seit Jahren nicht mehr nur reine Automobilhersteller, mit ihren Banken, die ursprünglich nur für die Abwicklung von Auto-Finanzierungen und Leasingverträgen gegründet wurden, werden immer mehr reine Finanzprodukte angeboten. Dieses reicht von einem Girokonto, geht über Kreditkarten und endet bei Geldanlagen in Form von Tagesgeld oder Festgeld. Und gerade in den letzten Bereichen sind die Angebote dieser Direktbanken aktuell an der Spitze dessen, was von deutschen Geldhäusern angeboten wird.

Trotz eines EZB Leitzinses von 2,00% bietet das Volkswagen Bank Tagesgeldkonto aktuell 4,00% p.a. – also das doppelte des Leitzinses – und dies auch noch mit monatlicher Zinsgutschrift. Da die erzielte Rendite also am Ende jeden Monats auf dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben wird, erzielen diese Zinsen im Laufe des Jahres wiederum Zinseszinsen, was die tatsächliche Rendite nach einem Jahr sogar noch etwas erhöht. Ein ähnliches Tagesgeld Angebot der Mercedes-Benz Bank führte kürzlich zu einem derart großen Ansturm, dass neue Kunden nun erst mal abgewiesen werden – bis zu fünf Wochen lagen zuletzt zwischen dem Absenden der Kontoeröffnungsunterlagen und der tatsächlichen Eröffnung des Kontos – ein Zeitraum, den Mercedes-Benz seinen zukünftigen Kunden nicht mehr zumuten wollte. Nun ist keine Eröffnung eines Tagesgeld- oder Festgeldkontos mehr möglich, bis die vorhandenen Anträge abgearbeitet sind.

Doch warum bieten diese Autobanken derart hohe Zinsen, wenn sie doch eigentlich bei der Zentralbank und auch anderen Banken günstiger an frisches Kapital kommen könnten? Die Antwort ist in der aktuellen Wirtschaftskrise zu finden, welche insbesondere die Automobilindustrie hart getroffen hat. Konzerne aus der Automobilwirtschaft gelten unter Banken aktuell nicht mehr als besonders kreditwürdig, wodurch es schwerer für sie geworden ist an günstige Kredite zu kommen. Wenn überhaupt eine Bank bereit ist einen Kredit zu gewähren, so nur gegen hohe Aufschläge bei den Zinsen. Somit ist es für diese Konzerne heute günstiger über ihre Konzernbanken und für den Anleger lukrative Tagesgeld- und Festgeldangebote frisches Kapital zu erhalten und auf diesem Wege sogar noch neue Kunden für sich zu interessieren.

Letztendlich geht ein deutscher Kleinanleger auch kein Risiko ein, wenn er die Tagesgeldkonten einer solchen Direktbank nutzt, denn dank des Einlagensicherungsfonds der deutschen Bank sind die Einlagen deutscher Privatableger auf solchen Konten bis zu einer gewissen Summe zu 100% abgesichert. Wie hoch diese Einlagensicherung ausfällt, kann sich je nach Bank unterscheiden, bei den großen deutschen Tagesgeld Anbietern sind dies jedoch Beträge im Millionen-Euro-Bereich pro Anleger.

by netnut (artikel[at]netnut.de)







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