Ghostwriter: Zwischen Film und Realität







von: Valentino

Spätestens seit dem Bestseller von Robert Harris mit dem Titel „Ghost“ interessieren sich noch mehr Menschen für Ghostwriter, als das bisher schon der Fall war. Und erst recht seit Roman Polanski diesen Stoff auch noch verfilmt hat, ist die Szene der Ghostwriter auch einem breiten Publikum bekannt geworden. Seit jeher umgibt die Zunft der Geisterschreiber eine mystische Aura. Die Tatsache, dass sie meistens im Verborgenen bleiben und durch ihre Kunst anderen zu Ruhm und ehre verhelfen, macht die Ghostwriter zu einer sehr interessanten Spezies. So interessant, dass man über sie Filme dreht. Viele fragen sich allerdings, ob es zwischen dem Film und der Realität der Ghostwriter große Unterschiede gibt. Hat ein Ghostwriter wirklich einen so interessanten Job? Und verdienen sie wirklich so viel, wie man es im Film suggeriert bekommt. „Leider nein!“ antwortet Alexander Natter und gibt sich bescheiden. Natter ist so was wie der Popstar der deutschsprachigen Ghostwriter Szene und hat sich mit seiner Agentur Scriviamo auf Bücher spezialisiert.

Ob man ihm diese Bescheidenheit so ohne weiteres abnehmen soll, ist allerdings fraglich. Alexander Natter und seine Ghostwriter, die im schönen Allgäu residieren, sind auch am Erfolg der von ihnen verfassten Bücher beteiligt. Um die 30 Prozent kassieren die Ghostwriter vom Erlös des jeweiligen Buches. Bei der Menge an Topsellern die Scriviamo bereits in die Buchshops gebracht hat, kommt da einiges zusammen. „Natürlich ist der Beruf Ghostwriter sehr interessant.“ gibt Alexander Natter zu. „Aber so gefährlich wie im Film ist unser Job denn doch nicht. Einen Mord habe ich bisher noch nicht aufgedeckt.“ Trotzdem müssen Ghostwriter auch verschwiegen sein, denn sie erfahren oft sehr intime und brisante Details. Wenn sie zum Beispiel die Biografie einer prominenten Persönlichkeit schreiben. „Da sind manchmal schon ein paar delikate Sachen dabei.“ gibt Alexander Natter offen zu. Doch er und seine Ghostwriter verhalten sich hier wie wahre Gentlemen. Sie nehmen ihr üppiges Honorar und schweigen.

Tags: ,







Category: Kunst | RSS 2.0 Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.