Über die Abschaffung des Briefeinwurf







von: grape

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Früher hatten die Postboten oft ein sehr sportliches Programm. Denn in den meisten Häusern gab es noch keine zentrale Briefkastenanlage und so musste der Postbote für den Briefeinwurf zu jeder einzelnen Tür gehen. Und das selbst dann, wenn das Haus drei oder gar noch mehr Stockwerke hatte. Dazu kam noch, dass es in den meisten Häusern keine Fahrstühle gab und somit Treppen steigen angesagt war. Der Postbote musste somit die ganze Post quer durchs ganze Haus schleppen, mitunter bis in den dritten Stock hoch. An jeder Tür befand sich ein kleiner Schlitz, der Briefeinwurf. Dorthinein steckte der Postbote die Post und diese fiel dann auf der anderen Seite der Tür direkt in die Wohnung.

Gerade für ältere Leute war das sehr praktisch. Denn sie sparten sich das Treppensteigen um täglich die Post aus dem Briefkasten zu holen. Für den Postboten hatte es sowohl Vorteile als auch Nachteile. Ein großer Nachteil war, dass das Postaustragen oft unnötig lange dauerte. Man denke nur an die viele Post zu Weihnachten. Da war täglich für jede Familie mindestens ein Brief dabei. Und so musste der Postbote wirklich durchs ganze Haus bis ganz nach oben gehen um die Post in den Briefeinwurf zu stecken. Dies ist aber auch ein großer Vorteil am Postaustragen gewesen. Der Postbote hat sich während der Arbeit fit halten können, allein schon durch das viele Treppensteigen. Außerdem waren die Postboten früher vermehrt mit dem Fahrrad unterwegs, was auch dazu beigetragen hat, dass sie sich im Dienst sportlich betätigten.

Das Ganze hat sich erst geändert mit der Einführung der automatischen Türöffnungssysteme. Heutzutage braucht kein Postbote mehr mit der Post bis ganz nach oben laufen. Heute befinden sich in den meisten Häusern entweder vor dem Haus oder direkt im Hauseingang selbst große Briefkastenanlagen. Für jede Familie des Hauses gibt es dort einen separaten Briefkasten, welcher für den Briefeinwurf genutzt wird. Eine wesentliche Vereinfachung für den Postboten. Denn so kann er die Briefe direkt zentral an einer einzigen Stelle verteilen und ist so auch viel schneller mit der Arbeit fertig. Das hat auch einen großen Vorteil für die Hausbewohner. Sie müssen nämlich nicht mehr so lange auf ihre Post warten. Für ältere Menschen ergibt sich daraus aber auch ein Nachteil, nämlich dass sie die Post jetzt nicht mehr direkt in die Wohnung bekommen, sondern erst nach unten zum Briefkasten gehen müssen. Meist lässt sich dies aber mit dem Einkauf oder anderen Besorgungen kombinieren, so dass man nicht extra laufen muss.

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