Szombathely – eine Stadt der Römer





von: hemueveg

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Eine Besonderheit befindet sich in dem neu erbauten Gebäude der Landessparkasse…

Szombathely (Ungarn) – eine Stadt der Römer.

Szombathely wurde 43 nach Chr. von Kaiser Claudius gegründet. Colonia Claudia Savariensium (Claudius = Claudia? Kolonie der Bürger von Savaria.) Die Einwohner der Siedlung waren ausgediente Soldaten der Legion XV, Apollinaris.
Wahrscheinlich stand die Entstehung Savarias mit der Provinzialisierung Pannoniens in Verbindung. Die Stadt wurde bevölkert mit diesen Soldaten, deren Familien und mit den sich zu ihnen gesellenden Handwerksleuten und Kaufleuten.
Savaria war eine der ersten Siedlungen der Provinz.
Die Stadt, die neben der Bernsteinstrasse entstand, entwickelte sich rasant. Savaria wurde deswegen nach der Zweiteilung Pannoniens zum Zentrum der zivilen Administration.
Ende des III. Jahrhunderts nach Chr. wurde Savaria der Sitz der Provinz Pannonia Prima.
Bei der Gründung der Stadt gab es noch keine Bauten aus Stein. Die Transportwege, Strassen und Brücken fehlten . Deswegen waren die ersten Häuser aus Holz und Lehm, beides in der Region reichlich und in guter Qualität vorhanden.
Mit Beginn des II. Jahrhunderts nach Chr. wurden alle öffentlichen sowie Wohnhäuser aus Stein errichtet.
Das Bild der Stadt hat sich innerhalb einer Generation verändert. Ein unterirdischer, 25 Kilometer langer gewölbter Wasserkanal wurde gebaut, der neben Trinkwasser auch die öffentlichen Bäder versorgte.
Aufgrund der Ausgrabungsergebnisse ist es eindeutig, dass die Stadt kurz nach ihrer Gründung einer der wichtigsten Industriezentren war.
Im Ruinengarten der heutigen Stadt Szombathely kann man die freigelegten Zeugen dieser Zeit aus Stein bewundern, Teile der Kanalisation, unterirdische Heizsysteme, Teile der Bernsteinstraße, Gebrauchsgegenstände, Grabsteine und vieles mehr.
1998 wurde ein besonderer Fund gemacht. Ein Meilenstein, aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Gründerzeit Savarias, der die Entfernung von Rom, der Hauptstadt des Reiches, dokumentiert. Das ist der heute bekannte früheste Meilenstein Pannoniens.
Eine Besonderheit befindet sich in dem neu erbauten Gebäude der Landessparkasse (OTP) im Zentrum ( Fö ter). Lange Zeit war Baustopp, weil an dieser Stelle Teile einer römischen Straße und Mauer gefunden worden waren. Damit diese erhalten bleiben und die Sparkasse trotzdem gebaut werden konnte, fand man eine besondere Lösung: Ein großer Teil des Fußbodens in der riesigen Halle besteht aus einer mehrere Zentimeter dicken Glasplatte, die betretbar ist. Darunter beleuchtet, kann man die Überreste der über 2000 Jahre alten Straße und Mauer bewundern. Rundherum sitzen die Angestellten der Bank und tun ihre tägliche Arbeit mit dem ständig wechselnden Publikum. Es ist sehr interessant, und diese Attraktion wird kaum gesondert erwähnt. Die meisten Touristen wissen es gar nicht.
Jedes Jahr im August findet das Savaria-Festival statt. Es dauert mehrere Tage. Mit Hunderten von Teilnehmern in Kostümen werden Szenen aus der Römerzeit nachgestellt, ein originelles buntes Programm mit kulturellen Höhepunkten.

Hans Müller







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