Der Euro ist eher ein politisches als ein ökonomisches Projekt





von: helga

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Bereits vor der Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel am 1. Januar 2002 hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs viele Jahre lang über eine gemeinsame Währung in ganz Europa beraten. Die Überlegungen, die es dazu gab, überzeugten jedoch nicht alle Mitgliedstaaten, zudem sollten möglichst strenge Beitrittskriterien dafür sorgen, dass die Eurozone zu einem wirtschaftlich starken Gebiet wurde.

Einige EU-Mitglieder, die diese Beitrittskriterien durchaus erfüllt hätten, wollten ihre eigene Währung nicht aufgeben. Neben den skandinavischen Staaten Dänemark und Schweden gilt das vor allem für Großbritannien. Allerdings hat sich mittlerweile herausgestellt, dass die Entscheidung dieser Staaten, dem Euro nicht beizutreten, durchaus keine schlechte war. Schließlich wurden die strengen Beitrittskriterien nicht in dem Maße überwacht, wie man es sich hätte wünschen können – Griechenland beispielsweise schaffte den Weg in die Eurozone nur, indem die Regierung die Haushaltszahlen manipulierte.

Abgesehen von diesem Betrag hat der Euro jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Probleme. Vor allem die Staaten in Südeuropa haben wirtschaftliche Probleme, die sie innerhalb eines gemeinsamen Währungsraumes nur sehr schwer lösen können. Mit einer eigenen Währung wäre dies wesentlich einfacher, schließlich könnte diese einfach abgewertet werden, die Wirtschaft in Italien oder Spanien wäre dann auf einen Schlag deutlich wettbewerbsfähiger. Mit dem Euro ist dies natürlich nicht möglich, deshalb müssen die Regierungen entweder einen harten Sparkurs gegen die eigene Bevölkerung verteidigen oder den Bankrott des Landes akzeptieren.

Neben Griechenland, das bereits einen großen Teil seiner Staatsanleihen nicht zurückzahlen konnte, haben auch eine Reihe anderer Staaten große Probleme, Geld am Kapitalmarkt zu erhalten. Noch bis vor wenigen Jahren galten Staatsanleihen als eine absolut sichere Anleihe, heute hingegen verlangen sowohl private als auch institutionelle Anleger eine Risikoprämie in Form hoher Zinsen, da sie befürchten, ihr Geld nicht oder nur zum Teil zurückzuerhalten. Aus diesem Grund hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) eingeschaltet. Durch den Aufkauf von Staatsanleihen in Milliardenhöhe sorgt die EZB derzeit dafür, dass die Gemeinschaftswährung am Leben gehalten wird.

Diese Strategie birgt jedoch große Gefahren. Besonders Deutschland als größte Volkswirtschaft in der Eurozone wird auf diese Weise für die Schulden der anderen Staaten mit in die Haftung genommen. Allerdings wird die Bundesrepublik allein kaum in der Lage sein, neben Griechenland auch noch Italien und Spanien zu retten. Aus diesem Grund sollten Anleger sich durchaus mit dem Gedanken beschäftigen, dass der Euro auseinanderbrechen könnte.

Ein Ende der gemeinsamen Währung birgt viele Risiken, die sich vorab kaum abschätzen lassen. Eine gute Zusammenfassung möglicher Szenarien findet man im Internet: Monero.de erzählt über einen möglichen Euro-Untergang. Dabei geht es um die Frage, wie man sein Geld so anlegen kann, dass es selbst nach einem Kollaps des Euro nicht verschwunden ist. Eine gute Idee sind vor allem Sachwerte wie Immobilien, allerdings kann es sein, dass bei einem Euro-Zusammenbruch auch der Immobilienmarkt kollabiert. Edelmetalle, vor allem Gold, sind ebenfalls eine interessante Alternative, schließlich haben diese historisch immer mindestens einen gewissen Wert behalten.

In jedem Fall sollte man als Anleger die offiziellen Verlautbarungen der Regierungen und der EZB durchaus kritisch betrachten. Wer solchen Statements vorbehaltlos glaubt, muss am Ende vielleicht hohe Verluste bei seinem Vermögen in Kauf nehmen.

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