Der Ehering – Legenden und Bräuche





von: Peter Bischoff

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Der Ring ist die Urform des Schmucks, es gibt sie schon seit über 20.000 Jahren – allerdings wurden sie früher eher als Zahlungsmittel genutzt. Der Ring als Symbol für die Ehe, also der Ehering, existiert seit etwa 2000 Jahren.

Bereits bei den Kelten findet man erste Eheringe: Ringe aus geflochtenem Gras, die zwar erst nur als Symbol der Stammeszugehörigkeit, aber auch bei der Vermählung „verliehen“ wurden.

Auch die Sumerer verwendeten bei ihrer Trauungszeremonie Eheringe. Der Tempelpriester zog aus den Kleidern der Brautleute je einen Faden und band diese zusammen. Damit sollte die immerwährende Zusammengehörigkeit der Eheleute symbolisiert werden. Möglicherweise entstand aus diesem Brauch später dann ein geflochtener Ehering aus Fäden, der als Zeichen der Trauung für jeden sichtbar getragen wurde.

Bei den alten Germanen wurde der Ehering als Pfand der Liebe angesehen. Im wurden geheime Kräfte zugeschrieben. Der Ring sollte vor Unheil schützen. Man befürchtete Elend und Verderben, wenn er verloren ging. Der Legende nach gelobten sich Siegfried und Brunhild mit einem Ring ewige Treue. Als Siegfried diesen Treueschwur brach, stürzte er nicht nur sich damit ins Unglück. Es war der Untergang der Nibelungen.

Bis zum Mittelalter trug ausschließlich die Frau einen Ehering. Sie schwor damit ihrem Gatten die ewige Treue. Im 12. Jahrhundert hatte der Ehering als Zeichen der Treue eine so starke Bedeutung, dass eine bischöfliche Anordnung jungen Männern verbot, den Mädchen aus Spaß einen Ring an den Finger zu stecken.

Ab dem 13. Jahrhundert wurde der Ehering fester Bestandteil der Trau-Zeremonie durch die Kirche. Seit dem 14. Jahrhundert tragen beide Ehepartner einen Ring. Dies sollte besonders die Männer stärker zur Treue anhalten. Die Kraft der Bindung durch den Ehering wurde im 14. und 15. Jahrhundert verstärkt indem man dem Ring einen unlösbaren „Liebesknoten“ aus Golddraht hinzufügte.

Das Sprichwort, man „kette“ sich mit dem Tausch der Eheringe für ewig an den Partner, ist hingegen viel älter. Einige sehen den Ursprung des Sprichwortes in einer griechischen Sage: Nachdem Prometheus den Gottvater Zeus überlistete und den Menschen das Feuer brachte, kettete dieser ihn zur Strafe an einen Berg im kaukasischen Gebirge und ließ ihm jeden Tag von einem Adler seine immer wieder nachwachsende Leber herauspicken. Erst Jahre später wurde Prometheus erlöst, musste aber weiterhin einen eisernen Ring mit einem Stein aus dem Kaukasusfelsen tragen, und war damit symbolisch weiterhin an den Felsen „geschmiedet“. Dies brachte dem Ehering die Konnotation, man „kette“ sich damit an den Partner.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde der Ehering aus Eisen gefertigt. Er stand für das Versprechen, dass Liebe und Treue von Ewigkeit sind, ebenso wie ein Ring kein Anfang und kein Ende hat. Auch unter den Römern galt er als Symbol des Lebenszyklus´und der Ewigkeit.

Überlieferungen zufolge ist seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. der Ring bei den Christen Bestandteil der Trauungszeremonie. In dieser Zeit schmiedete man auch die ersten Eheringe aus Gold.

Im 15. Jahrhundert n. Chr. erfuhr der Ehering als Zeichen für Ewigkeit und eheliche Treue eine Aufwertung – von nun an wurde er mit einem oder mehreren Diamanten besetzt. Der Diamant galt als Garant für die Harmonie der Ehe.

Eine neue Form des Eherings entstand im 16. Jahrhundert n. Chr.: der Doppelring. Er bestand aus zwei (oder auch drei) einzelnen Bändern, die sich an einem bestimmten Punkt auffächern ließen, geschlossen aber wie ein einziger Ring aussahen. Die symbolhafte Anspielung auf die Ehe erfährt eine Untermauerung durch das kirchliche Trauungsritual mit den Worten: „Was Gott vereint hat, soll der Mensch nicht trennen.“ In weiteren Varianten dieser Ringart fertigte man u. a. als romantisches Symbol zwei Hände, die sich beim Schließen des Doppelrings ineinander legten.

Zu Zeit des 17. Jahrhunderts n. Chr. war es ein weit verbreiteter Brauch, den Ehering bei der Trauung selbst an den vierten Finger der Hand zu stecken, den so genannten Ringfinger, da von hier eine Vene direkt zum Herzen führt. Anschließend wurde der Ehering jedoch am Daumen getragen. Dies geht auf katholische Hochzeitsriten zurück.

Im 18. Jahrhundert n. Chr. trugen Eheringe zahlreiche Versionen gekrönter Herzen. Um das Eheversprechen zu besiegeln, verband man die beiden Herzen miteinander, gekrönt von Diamanten.

Neben den Herz- und Handsymbolen wurde ab dem 19. Jahrhundert n. Chr. die Schlange ein beliebtes Design bei Eheringen. Zu einem Kreis gebunden symbolisiert die Schlange Ewigkeit.

Trotz aller modischen Neuerungen im Schmuckdesign des 20. Jahrhundert n. Chr. bleibt der Diamantsolitär-Ehering für die Braut das schönste Zeichen der Liebe. Aber auch andere Materialien finden zunehmend Verwendung, wie beispielsweise Platin. Im Gegensatz zu früher, wo die Eheringe meist aus Gold waren, darf heute jeder Schmuckring als Ehering getragen werden. Die Ringe können dabei völlig identisch oder auch komplett verschieden sein.

 

Heutzutage muss es jedoch nicht immer ein Ring sein, den man sich über den Finger streift. Immer häufiger lassen sich Paare den Ehering als Tattoo auf den Ringfinger stechen. Zum Beispiel hatte sich Pamela Anderson den Namen von ihrem Mann Tommy Lee um den Ringfinger tätowieren lassen.

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